Fettarme Milch gibt mehr Schaum, Vollmilch den cremigeren. Wir haben nachgelesen, was De'Longhi, Siemens, Philips, Sage und Melitta zu Temperatur, H-Milch, Haferdrink und Reinigung schreiben.

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Welche Milch eignet sich am besten für Milchschaum?
Am besten schäumt kalte Kuhmilch, die direkt aus dem Kühlschrank kommt. Darin sind sich alle Hersteller einig, deren Unterlagen wir für diesen Ratgeber gelesen haben. Beim Fett gehen die Empfehlungen auseinander, ohne sich zu widersprechen: Fettarme Milch mit 1,5 % ergibt mehr und dickeren Schaum, Vollmilch mit 3,5 % einen feinporigeren, der nach mehr schmeckt. Ob Sie zur einen oder zur anderen greifen, hängt also davon ab, was Ihnen wichtiger ist, die hohe Haube auf dem Cappuccino oder der runde Geschmack im Latte Macchiato.
Bei Espresso Check haben wir dafür die Anleitungen und Serviceseiten von De'Longhi, Siemens, Philips, Sage und Melitta durchgesehen und danebengelegt, was die Verbraucherzentralen über Barista-Milch und Pflanzendrinks schreiben. Viele Hinweise zur Milch stehen übrigens hinten in der Störungstabelle, unter Sätzen wie „Die Milch weist große Blasen auf“.
Was empfehlen die Hersteller in ihren Anleitungen?
In Klammern steht das Modell, dessen Anleitung oder Serviceseite wir gelesen haben; bei anderen Geräten derselben Marke kann der Wortlaut abweichen.
| Hersteller | Milch | Temperatur | Nach dem Aufschäumen |
|---|---|---|---|
| De'Longhi (Dinamica Plus) | ganz oder teilweise entrahmt | etwa 5 °C | Drehknopf auf CLEAN |
| Siemens (EQ.8, EQ.9 plus, EQ.500 classic) | mindestens 1,5 % Fett, nicht aufgekocht | kalt | nach jeder Verwendung reinigen |
| Philips (Supportseite) | Vollmilch, halbfett, laktosefrei, pflanzlich als Barista-Variante | aus dem Kühlschrank | Milch nicht eintrocknen lassen |
| Sage (Bambino Plus) | frisch | kalt, fertig bei 60 bis 65 °C | Dampfdüse abwischen und absenken |
| Melitta (Barista T/TS) | gekühlt, nur so viel wie gleich gebraucht | im Kühlschrank lagern | Easy Cleaning, wöchentlich Reinigungsprogramm |
Warum gibt fettarme Milch mehr Schaum als Vollmilch?
Schaum ist Luft, die in der Milch festgehalten wird, und das Festhalten übernimmt vor allem das Eiweiß. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen beschreibt es in ihrem Marktcheck zu Barista-Produkten so: Die Eiweißmoleküle umschließen die untergeschlagenen Luftbläschen, und je höher der Eiweißgehalt, desto stabiler der Schaum. Fett lagert sich ebenfalls um die Bläschen und sorgt für feine Poren, Cremigkeit und Geschmack.
Dass Fett beim Aufschäumen sogar stören kann, zeigt eine Studie von Kamath und Kollegen, 2008 im International Dairy Journal erschienen. Bei Vollmilch behinderte das Milchfett Schaumbildung und Stabilität vor allem zwischen 15 und 45 Grad, also in dem Bereich, den die Milch beim Aufschäumen durchläuft. Die Bläschen im Vollmilchschaum waren kleiner, platzten aber häufiger.
Die Grenze ziehen die Hersteller unterschiedlich. De'Longhi rät in der Anleitung zur De'Longhi Dinamica Plus zu ganz oder teilweise entrahmter Milch, wenn der Schaum üppiger und gleichmäßiger werden soll; auf der Herstellerseite zum LatteCrema-System heißt es sogar, für kalten Milchschaum sei entrahmte Milch am besten. Siemens setzt die Untergrenze bei 1,5 %: In der Anleitung zur EQ.8 steht der Tipp, kalte Milch mit mindestens diesem Fettgehalt zu nehmen. Philips zählt halbfette und vollfette Kuhmilch gleichermaßen zu den geeigneten Sorten.
Wenn mich ein Freund fragen würde, welche Milch er neben seinen neuen Vollautomaten stellen soll, würde ich ihm fettarme Milch nennen, weil sie zu allen drei Empfehlungen passt. Wer Vollmilch lieber mag, bekommt einen etwas niedrigeren, dafür cremigeren Schaum, und das ist kein Fehler der Maschine. Die Prozentzahlen auf der Packung legt das EU-Recht fest: Nach der Verordnung Nr. 1308/2013 muss Vollmilch mindestens 3,5 % Fett haben, fettarme Milch zwischen 1,5 und 1,8 %.
Wie kalt muss die Milch sein?
De'Longhi nennt eine Zahl: etwa 5 Grad, die Temperatur im Kühlschrank. Milch dieser Temperatur sei optimal für Mikroluftblasen, schreibt der Hersteller in seinen FAQ, und die Dinamica-Anleitung ergänzt einen Satz, den man sich merken kann: Je höher die Milchtemperatur, desto schlechter der Milchschaum. In der Anleitung zur Melitta Caffeo Barista TS Smart rät der Hersteller, nur so viel Milch in den Behälter zu füllen, wie gleich verbraucht wird, und den gefüllten Behälter im Kühlschrank aufzubewahren.
Auch der Platz im Kühlschrank zählt. Die Verbraucherzentrale nennt das mittlere Fach mit 5 bis 7 Grad als besten Ort für Milch und hält die Tür mit rund 10 Grad für zu warm. Dort liegt die Milch damit etwa fünf Grad über dem Wert, den De'Longhi für den Schaum angibt.
Kalte Milch hat allerdings eine Kehrseite, die Siemens offen anspricht. In der Störungstabelle zur Siemens EQ.500 classic steht unter „Milchschaum ist zu kalt“ als Ursache schlicht, die Milch sei zu kalt, und als Abhilfe lauwarme Milch. Sie tauschen damit etwas Schaum gegen Wärme in der Tasse. Wer beides möchte, lässt die Milch kalt und wärmt die Tasse vor, wie es De'Longhi in der Dinamica-Anleitung für heißeren Kaffee empfiehlt.
An der Siebträgermaschine ersetzt die Hand das Thermometer. Laut der Anleitung zur Sage Bambino Plus beginnen Sie mit frischer, kalter Milch und sind bei 60 bis 65 Grad am Ziel; so warm ist die Milch, wenn sich die Kanne bei Berührung heiß anfühlt.
Eignet sich H-Milch für Milchschaum?
Ja. Siemens schließt nur bereits aufgekochte Milch aus, so steht es in mehreren Anleitungen und in der Störungshilfe zur EQ.9 plus. H-Milch wird laut Verbraucherzentrale Niedersachsen bei mindestens 135 Grad für wenige Sekunden ultrahocherhitzt, und dem Schaum schadet das nicht unbedingt: In der Studie von Kamath und Kollegen verringerten Ultrahocherhitzen und Homogenisieren sogar den störenden Einfluss des Milchfetts.
Einen Haken hat die Packung aus dem Vorratsschrank dennoch. Weil H-Milch ungekühlt monatelang haltbar ist, steht sie oft bei Zimmertemperatur, für den Schaum muss sie aber so kalt sein wie Frischmilch. Stellen Sie die nächste Packung deshalb am Vorabend in den Kühlschrank; geöffnet gehört sie laut Verbraucherzentrale ohnehin dorthin.
Daneben gibt es Barista-Milch von der Kuh. Die Produkte, die sich die Verbraucherzentrale Niedersachsen angesehen hat, enthielten zusätzliches Milcheiweiß und weniger Fett und waren ultrahocherhitzt. Empfohlen wird dort trotzdem frische Vollmilch zum Aufschäumen, die ohne Aufpreis und Zusätze guten Schaum liefere.
Welcher Pflanzendrink schäumt am besten?
Im Supermarkt heißt das Produkt Haferdrink, nicht Hafermilch, weil die Bezeichnung Milch nach EU-Recht dem Gemelk von Säugetieren vorbehalten ist, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Mit den Drinks selbst haben die Hersteller grundsätzlich kein Problem. Siemens schreibt in der Anleitung zur EQ.500 classic, man könne statt Milch auch pflanzliche Getränke verwenden, etwa aus Soja, die Schaumqualität hänge aber von der Sorte ab. De'Longhi nennt für sein LatteCrema-System Soja, Hafer und Mandel und fügt hinzu, dass es mit Kuhmilch am besten funktioniere und die Ergebnisse vom Eiweißanteil des Getränks abhingen. Philips rät, zu einer Barista- oder Professional-Variante zu greifen.
Warum gerade Barista? Normalen Pflanzendrinks fehlen laut Verbraucherzentrale Niedersachsen meist die wesentlichen Zutaten zum Aufschäumen. Die Barista-Varianten enthalten in der Regel mehr Eiweiß, etwa aus Soja oder Erbsen, viele auch mehr Fett aus Raps- oder Sonnenblumenöl, einzelne zusätzlich Stabilisatoren, Säureregulatoren oder Emulgatoren. Geschützt ist das Wort Barista nicht, lebensmittelrechtlich definiert auch nicht, und so verrät die Nährwerttabelle mehr als die Aufschrift vorn auf dem Karton. Beim Eiweiß hilft dort eine Faustregel der Verbraucherzentrale: Drinks aus Hülsenfrüchten wie Soja enthalten meist mehr davon als solche aus Getreide oder Nüssen.
Die Kälteregel gilt ebenfalls: In einer neueren Ausgabe der Dinamica-Anleitung rät De'Longhi, Pflanzendrinks mit Kühlschranktemperatur zu verwenden. Und eine Fußnote auf der De'Longhi-Seite zum LatteCrema-System verrät, dass die Aussagen zu Pflanzendrinks dort auf Barista-Drinks aus Soja, Mandel und Hafer beruhen.
In den Produktbeschreibungen der Geräte mit Milchfunktion, die wir auf Espresso Check verfolgen, werden Pflanzendrinks nur bei etwa jedem zehnten ausdrücklich erwähnt, etwa bei der Philips LatteGo 5500. Bei der EQ.500 classic steht der Hinweis in der Anleitung, im Angebotstext nicht. Fehlt der Satz, sagt das wenig darüber, ob eine Maschine Haferdrink verarbeiten kann.
Bei einer Milchallergie im Haushalt sollten Sie eine Stelle aus den De'Longhi-FAQ kennen: Die beschriebenen Reinigungsmethoden garantieren nicht, dass Allergene vollständig entfernt werden. Bei bestätigter oder vermuteter Allergie rät De'Longhi davon ab, Milch und Pflanzendrinks in derselben Maschine zu verwenden.
Wie reinigen Sie das Milchsystem nach dem Aufschäumen?
Vier von fünf Geräten, die wir verfolgen, können Milch aufschäumen, und mehr als die Hälfte erledigt das automatisch. In Schläuchen, Düsen und Karaffen bleibt nach jedem Cappuccino Milch zurück, und Siemens wie Philips warnen mit fast denselben Worten: Angetrocknete Milchreste sind schwer zu entfernen.
Die Hersteller gehen ähnlich vor: nach jedem Milchgetränk kurz spülen, in größeren Abständen gründlich reinigen. Bei der Dinamica Plus fordert das Display nach jedem Gebrauch der Milchfunktionen dazu auf, den Drehknopf auf CLEAN zu drehen, und der Milchbehälter darf danach zurück in den Kühlschrank. Die EQ.500 classic spült ihr Milchsystem nach der Zubereitung selbst mit einem kurzen Dampfstoß; Siemens schreibt trotzdem, es nach jeder Verwendung zu reinigen, und erlaubt dafür alle Teile des Milchsystems in der Spülmaschine.
Bei Melitta fordert die Barista T/TS nach jedem Milchgetränk das Programm Easy Cleaning an, und einmal pro Woche empfiehlt der Hersteller zusätzlich das Programm „Milchsystem reinigen“ mit dem eigenen Milchsystemreiniger. Ein zweiter Blick lohnt bei der Spülmaschine: Laut der Supportseite von Philips ist dort nur das Milchsystem LatteGo spülmaschinenfest, Milchkaraffen sind es nicht.
Am Siebträger ist weniger zu tun, das aber sofort. Sage schreibt in der Anleitung zur Bambino Plus, die Dampfdüse nach dem Aufschäumen sofort mit einem feuchten Tuch abzuwischen und danach abzusenken, damit sie sich selbst mit Dampf reinigt. Sonst kann sie verstopfen.
Schwankt die Schaumqualität trotz sauberen Milchsystems stark, nennt Siemens in der Störungstabelle noch eine Ursache, die man beim Thema Milch leicht übersieht: Kalk im Gerät. Wie Sie ihn loswerden, steht in unserem Ratgeber Kaffeevollautomat entkalken.
Quellen
Die Anteile und Angaben zu den Geräten, die wir verfolgen, stammen aus unserem eigenen Katalog ihrer Angebote bei Amazon Deutschland, Stand 31. Oktober 2026.
- De'Longhi, FAQ: Wie kann ich die Qualität meiner geschäumten Milch verbessern?
- De'Longhi, FAQ: Kann ich das Latte Crema System Alternativen zu Kuhmilch verwenden?
- De'Longhi, Herstellerseite zum LatteCrema-System (LatteCrema Hot & Cool)
- De'Longhi, Bedienungsanleitung Dinamica Plus ECAM37X.95
- De'Longhi, Bedienungsanleitung Dinamica Plus ECAM37X.70 (neuere Ausgabe)
- Siemens, Gebrauchsanleitung EQ.500 classic (TP507DX4, TP507RX4)
- Siemens, Gebrauchsanleitung EQ.8 (Modellreihen TE803 und TE806)
- Siemens, Störungshilfe zur EQ.9 plus (Kundendienstseite für Österreich) sowie die Gebrauchsanleitungen der Modelle TI955F09DE, TE607F und CT636LE
- Philips, My Philips espresso machine does not froth the milk well (Supportartikel, englische Fassung)
- Sage, Bedienungsanleitung the Bambino Plus (BES500/SES500, EU-Ausgabe)
- Melitta, Bedienungsanleitung Caffeo Barista T Smart und TS Smart
- Verbraucherzentrale Niedersachsen, Marktcheck Barista-Varianten: Perfekter Schaum oder Schaumschläger? (Stand 9. Oktober 2026)
- Verbraucherzentrale Niedersachsen, Milch: was verrät das Etikett? (Stand 27. Oktober 2025)
- Verbraucherzentrale, Milch: Alles Wichtige zu Haltbarkeit und Lagerung (Stand 1. Dezember 2025)
- Verbraucherzentrale, Hafer, Kokos, Mandel, Reis, Soja: Milch-Alternativen unter der Lupe (Stand 24. Februar 2026)
- Europäisches Parlament und Rat, Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse, Anhang VII (17. Dezember 2013)
- S. Kamath, T. Huppertz, A. V. Houlihan und H. C. Deeth, The influence of temperature on the foaming of milk, International Dairy Journal, Band 18, Heft 10/11, S. 994 bis 1002 (2008)